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Motorradtour 2021

Juli 2021, Zeit für eine Motorradreise

 

Die Planungen zur Tour waren schon lange fertig als es am Donnerstag los ging.

Stuttgart - Ulm - Lindau, die übliche Anreise. Da uns Österreich in der Zwischenzeit die Nutzung des Pfändertunnels ohne Maut erlaubt, ging es direkt bis nach Dornbirn auf der Autobahn. Von hier fuhren wir einen Abstecher in den Bregenzer Wald, wo tolle Kurven auf uns warteten.

Damüls - Bludenz - Schruns: direkt zur Silvretta Hochalpenstrasse, einer der schönsten Strecken im Montafon.

 

Kurzer Zwischenstopp an der Bieler Höhe, dann weiter über Galtür und Ischgl nach Landeck. Hier erwartete ein kleines Chaos in Form einer Strassensperrung. Wir mussten den Umweg über die Autobahn und den Landecker Tunnel Richtung Reschenpass nehmen.

 

Reschensee, versunkenes Dorf und Kirchturmspitze, die üblichen Fotomotive.

Da wir auf der Umleitungsstrecke viel Zeit verloren haben, mussten wir uns jetzt ein bisschen sputen, deshalb gings nach einer kurzen Foto-Pause auch weiter Richtung Meran und Bozen.

 

Die Temperaturen waren zwischenzeitlich auch auf Sommer-Niveau: 34 Grad

 

Unser Hotel in Bozen, das B+B Hotel Bolzano kann ich für einen kurzen Zwischenstopp ruhigen Gewissens empfehlen. Die Zimmer sind sauber, das Personal ist freundlich und das Frühstück völlig ausreichend. Die Lage ist (für einen Kurzaufenthalt) optimal. Wir kommen bestimmt wieder.

Bozen und das Restaurant Apollonia, untrennbar miteinander verbunden, zumindest bei uns!

In Sirms auf dem Berg gelegen, mit einem super Ausblick und einer noch tolleren Küche. Ein Pflichtprogramm das wir gerne jedes mal aufs Neue genießen.

In diesem Jahr mussten wir unsere Reservierung leider zweimal von unterwegs zeitlich anpassen und kamen leider trotzdem noch zu spät. Aber kein Problem, unser Tisch wartete auf uns!

Vielen Dank nochmals hierfür an dieser Stelle!

Fall Ihr Euch selbst einmal verwöhnen lassen wollt: Im Bild ist der Link hinterlegt.

Tag 2, Freitag

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir in Richtung Dolomiten.

Auer - San Lugano - Molina, ab hier wartete einer der schönsten Geheimtipps auf uns: der Manghen Pass

Einsam gelegen, ein schmales Sträßchen mit wenig Verkehr. Hierher verirren sich nur wenige Auto.- und Radfahrer,  der Pass gehörte uns.

Unten in Telve angekommen ging es weiter nach Löweneck wo das Kaiserjägersträßchen auf uns wartete. 1911 als Kriegsstraße erbaut, heute ein unglaubliches Relikt zum Befahren. Steil, eng und unübersichtlich. Genau unser Ding! Es geht durch Engstellen, durch Tunnel und um engste Kehren. Spektakuläre Aussichten ins Brentatal inklusive.

 

Nach dieser spektakulären Strecke geht es weiter über enge und engste Straßen, von Kurve zu Kurve. Die längsten geraden Strecken sind hier maximal 300 Meter lang. 

Mittagszeit, Einkehr im Rifugio Chalet Melegnon.  Leckeres einheimisches Essen, offener Grill, nette Bedienungen und ein göttlicher Esspresso. So muss das sein!

 

 

Und jetzt: Passo Coe und die Abfahrt Richtung Riva del Garda. Von der Einsamkeit in den Massentourismus. Voll und laut, wir beschließen nur einen schnellen Tankstopp und die Weiterfahrt Richtung Ledrosee. Genau die richtige Entscheidung.

Am nördlichen Ufer des Ledrosees im Hotel Lido Ledro stoppen wir zur gemütlichen Kaffee,- und Eispause.

 

Die restliche Strecke fahren wir entspannt auf leeren Straßen, bis es in Bagolino links ab zum Giogo del Maniva abgeht. 10 Kilometer schlechteste Passtrasse, übersäht mit Schlaglöchern und tiefen Rinnen. Eine ungepflegte Auffahrt zum Skigebiet.

Die Ankunft auf der Passhöhe entschädigt aber alle Tortouren der Auffahrt. Spektakuläre Aussichten in alle Richtungen und unser Nachtlager, das Hotel Dosso Alto Passo Maniva. www.rosaettore.it/

Wie immer: Leckeres lokales Essen, nette Gesellschaft und eine absolute Stille auf 1700 Meter über NN. Spettacolare!

 

 

Tag 3, Samstag

 

Aufwachen, Sonne nach dem nächtlichen Gewitter, wir sind die Ersten am Pass!. Einfach, wenn man hier geschlafen hat :-)

 

Unsere Strecke führt uns nach dem Frühstück in Richtung Rifugio Passo Crocedomini, die letzten Kilometer dieser am Hang verlaufenden Strasse sind unbefestigt. Aber durchaus mit jedem Motorrad befahrbar.

Abfahrt vom Pass nach Bieno, von hier weiter in nördlicher Richtung bis nach Edolo und von dort nach Ponte di Legno. Von hier ist es ein Katzensprung zum Anfang des Passo Gavia. Ein Muss für jeden Pässeliebhaber. Ohne viel Randbefestigungen, eng und mit vielen unübersichtlichen Kehren gespickt. Wenig Autos, keine Wohnmobile aber leider auch einige hirnlose Raser die die gerne in der Mitte der engen Straße entgegenkommen.

Egal, we did the Gavia. 2621 Meter ü.NN.

 

Die eher unspektakuläre Abfahrt bis Bormio ist schnell erledigt. Das kleine Städtchen ist der Ausgangspunkt für mehrere Richtungen: Livigno oder Stilfser Joch. Wir entscheiden uns für letzters, allerdings mit der Option auf der Kreuzung vor dem eigentlichen Pass in Richtung Schweiz wieder über den Umbrail abzufahren und den Piz Chavalatsch einmal zu umrunden.

Doch da hat uns der Wettergott einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nach kurzer Absprache entscheiden wir uns gegen die Umrundung und für ein direktes Anfahren des wohl bekanntesten Passes in den Alpen. 

Erwartungsgemäß hatten diese Idee wohl auch alle anderen Biker an diesem Tag. Es war voll wie immer. Wir entschieden uns für die Rast in der Tibet Hütte. Die beste Aussicht auf den Pass, leckerer Kaffee, saubere Toiletten(!) und äußerst nettes Personal.

Die ersten Regentropfen machten die Entscheidung zur Abfahrt nach Stilfs ins Hotel einfach. Genau nach dem Einchecken fing der große Regen auch schon an. Alles richtig gemacht.

Im Hotel Stilfserhof wurden wir von einer sensationellen Küche überrascht: WOW, selten so gut gegessen!

Tag 4, Sonntag

 

Aufwachen - Regen. Frühstück - Regen. Abfahrt - Regen.

Also alles wasserdicht einpacken, Regenpelle an und los. Kürzester Weg Richtung Heimat.

Reschensee, Pfunds, Landeck. Rechts ab nach Imst und dann: Stau am Fernpass. In beide Richtungen. Und Stau vom Fernpass bis Grenztunnel Füssen. in beide Richtungen.

Und Stau ab Kempten. Bis Ulm. Und Stau ab Merklingen. Bis Weilheim. Und Stau ab Esslingen. Bis.......

 

Wir hatten wohl das einzige Wochenende erwischt an dem wohl ALLE auf der Straße waren, in alle Richtungen. 

Aber es war eine coole Tour, trotz des Regens am letzten Tag und der Staus. Alle wollen nächstes Jahr wieder mit.

 

to be continoued.......